Die Produktion

Wie wird aus Baumwolle oder anderen Rohstoffen ein Pulli oder eine Jeans? Am Beispiel eines T-Shirts wollen wir euch zeigen, welche Auswirkungen die Kleidungsproduktion auf Mensch und Umwelt hat.

 

Die Reise eines T-Shirts

 

Usbekistan: Baumwolle wird angebaut.

Cotton plant

Die meisten unserer Kleidungsstücke werden aus Baumwolle hergestellt. Beim Anbau wird eine große Menge Wasser verbraucht: rund 11.000 Liter pro einem Kilogramm Baumwolle! Außerdem kommen beim konventionellen Anbau sehr viele Pestizide zum Einsatz, die die Umwelt schädigen. Sie können auch Krankheiten auslösen, wenn die Arbeiter auf den Feldern keine ausreichende Schutzkleidung tragen.

Auf dieser Website zu virtuellem Wasser wird genauer gezeigt, in welchem Anbauland besonders viel oder wenig Wasser benötigt wird. Dort erfahrt ihr auch, was mit virtuell gemeint ist.

 


Indien: Aus der Baumwolle wird ein Stoff gesponnen und gewebt.

Yarn Spinning Machines

Diese Arbeit wird oft von Frauen ausgeführt, und zwar unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sie müssen oft 12 Stunden am Tag arbeiten, bekommen kein anständiges Essen und keinen gerechten Lohn. Außerdem können durch große Hitze und Baumwollstaub Krankheiten entstehen.

Mehr Infos über Zwangsarbeit in Spinnereien und das so genannte Sumangali-System findet ihr bei Femnet.

 


 Indonesien: Der Stoff wird gefärbt.

Textile color powder

In der Textilproduktion kommen insgesamt etwa 7.000 unterschiedliche Chemikalien zum Einsatz. In den Färbefabriken gibt es meistens kein anständiges Belüftungssystem und die Arbeiter tragen auch keine Schutzkleidung – sie sind damit den giftigen Stoffen schutzlos ausgesetzt. Auch die restliche Bevölkerung bleibt nicht verschont: Die giftigen Farben gelangen aus den Fabriken meist ungehindert in die Flüsse, somit wird das Trinkwasser verseucht. Wenn das T-Shirt bei uns ankommt, dürfen die Chemikalien darin bestimmte Höchstwerte nicht überschreiten. Das bedeutet aber nicht, dass gar nichts mehr im Stoff ist: Die meisten Kleidungsstücke, die wir heute kaufen, enthalten trotz Waschens immer noch Chemikalien, die Allergien auslösen können oder für Krankheiten verantwortlich sind.

Das Thema Chemikalien findet ihr besonders interessant? Greenpeace hat eine große Studie dazu veröffentlicht und versucht mit der „Detox“-Kampagne, auf die Missstände aufmerksam zu machen. Einige Erfolge konnten sie damit schon verzeichnen. Mehr dazu lest ihr auf der Homepage von Greenpeace.

 


 Bangladesch: Aus dem gefärbten Stoff wird das T-Shirt genäht.

Production Line in a Sewing Factory

In den Nähfabriken, die meist in Asien stehen, herrschen oft katastrophale Zustände: Es gibt keinen vernünftigen Brandschutz und keine ausreichende Belüftung. Die meist weiblichen NäherInnen arbeiten oft 10 Stunden und länger, machen unbezahlte Überstunden und bekommen einen Lohn, der nicht einmal wirklich zum Leben reicht.

Die Kampagne für saubere Kleidung setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen und Mitbestimmungsrechte der ArbeiterInnen in der Textilindustrie ein. Sie hat auch eine Initiative für einen „Lohn zum Leben“ entwickelt.

 


Insgesamt sind es vom Baumwollfeld bis zu uns in den Kleiderschrank mehrere tausend Kilometer, die das T-Shirt um die Welt gereist ist.

Der Weg ist dann aber noch nicht vorbei. Warum? Wenn wir das Shirt nicht mehr haben wollen, landet es oft in der Altkleidersammlung. Ein Teil aus den Containern wird zu Putzlappen, ein anderer Teil wird nach Afrika verschifft und dort als Second-Hand-Ware verkauft. Das klingt erstmal toll, ist es aber leider nicht. Denn durch die billigen Klamotten aus Europa wird die in Afrika produzierte Kleidung nicht mehr gekauft, deshalb müssen Fabriken schließen und viele Menschen verlieren ihre Arbeit.

 


Bei der Beschreibung der Reise eines T-Shirts haben wir uns vor allem an einer Broschüre von Femnet orientiert. Dort findet ihr einen fairen Einkaufsführer für Bonn. Mit dabei sind Informationen über die Kleidungsproduktion und auch einige Informationen zu Siegeln.