Siegel

Heutzutage prangt auf fast allem, was man kauft, ein Siegel. Da blickt kaum einer noch richtig durch, was wofür steht.
Wir wollen euch im Bereich Mode einen Überblick geben, welche Siegel wirklich gut sind und auf welche ihr gerne verzichten könnt.
Damit es nicht zu viel zum lesen gibt geben wir nur einen kurzen Überblick. Bei der CI Romero findet ihr zu allen Siegeln – auch einige, die wir nicht erwähnen – ausführlichere Steckbriefe.

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Conscious H&M: Das Siegel garantiert Bio-Baumwolle (bzw. auch andere Stoffe wie Bio-Leinen). Beim Anbau wird auf Ressourcenschonung geachtet und genmanipuliertes Saatgut darf nicht verwendet werden. In den Nähfabriken gelten grundlegende Arbeitsnormen, allerdings wird kein existenzsichernder Lohn bezahlt.

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Cotton Made in Africa: Es gibt sowohl für den Baumwollanbau als auch für die Verarbeitung Arbeitsnormen. Es darf kein genmanipuliertes Saatgut für die Baumwollproduktion verwendet werden und der Anbau muss ressourcenschonend sein. Pestizide sind nicht vollständig verboten und es ist kein Bio-Anbau. Das heißt, das Siegel setzt sowohl ökologische als auch soziale Standards, allerdings sind beide verbesserungswürdig.

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Earth Positive: Bei den sozialen Kriterien orientiert sich das Siegel an der Fair Wear Foundation: Existenzsichernde Löhne und die Einhaltung von grundlegenden Arbeitsnormen bei der Produktion werden beachtet. Zudem wird nur 100% Bio-Baumwolle gesiegelt, genmanipuliertes Saatgut ist nicht erlaubt. Außerdem wird auf ressourcenschonende Produktion geachtet. Somit ist Earth positive sowohl aus ökologischer als auch sozialer Sicht ein gutes Siegel.

fairtraide-cot-223px140px-fa Fairtrade Certified Cotton: Dieses Siegel garantiert gute Arbeitsbedingungen bei der Baumwollproduktion. Es wird ein Mindestpreis für die Baumwolle bezahlt und zudem eine Fairtrade-Prämie, die in den Bau von Schulen oder Gesundheitszentren investiert werden kann. Für den Baumwollanbau darf kein genmanipuliertes Saatgut verwendet werden und es dürfen nur begrenzt Chemikalien eingesetzt werden. Außerdem wird der Umstieg auf Bio-Anbau gefördert, das ist aber keine Pflicht. Der Fokus liegt auf der Baumwolle – man kann anhand des Siegels also nichts darüber sagen, wie aus dem Rohstoff Kleidung gemacht wurde.


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Fair Wear Foundation: Hier geht es vor allem um menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken. Besonders bei diesem Siegel ist die enge Zusammenarbeit mit Organisationen vor Ort, also in den Produktionsländern. Unternehmen, die der Fairwear Foundation beitreten, werden regelmäßig kontrolliert und bewertet. Aufpassen: Wenn ein Unternehmen in die beste Kategorie eingestuft wird, dürfen alle ihre Produkte das Siegel tragen, auch wenn sie aus einer normalen Fabrik ohne hohe Standards stammen. (Große Unternehmen wie Jack Wolfskin können nicht ihre gesamte Produktion von jetzt auf gleich umstellen, das braucht Zeit. Es geht sozusagen um die Entwicklung und nicht um eine radikale Kehrtwende.)

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GOTS (Global Organic Textile Standard): Das Siegel konzentriert sich vor allem auf ökologische Standards: Ein großer Teil der Rohstoffe muss aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft kommen. Außerdem darf kein genmanipuliertes Saatgut verwendet werden und es dürfen keine umweltschädlichen Farben genutzt werden. Zudem müssen gute Arbeitsbedingungen garantiert werden, darauf liegt aber nicht der Fokus.

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Oeko-Tex Standard 100: Das Siegel hat nur sehr schwache Vorgaben: Es setzt Höchstwerte für Chemikalien in der Kleidung fest – ganz verboten werden sie aber nicht. Es gibt keine Vorgaben für Arbeitsbedingungen, genmanipuliertes Saatgut ist auch erlaubt. Oeko-Tex Standard 1000 bietet eine Mindestanforderung an Arbeitsbedingungen und eine ressourcenschonende Produktion, ist also etwas besser, aber noch nicht ausreichend.

 

Nicht alle Begriffe verstanden? Hier findet ihr ein kleines Glossar zum Thema.